Höhenluft statt Tiefenrausch Viele Jugendliche probieren harte Drogen aus, um eine Sinneserweiterung zu erleben. Wie leicht man jedoch Extremerfahrungen ohne Rauschmittel machen kann, bekamen 30 Schüler aus dem Landkreis Lichtenfels am eigenen Leib zu spüren. Gemeinsam erklomm man am 24./25.07.2002 den höchsten Berg Deutschlands. Unser Landkreis Lichtenfels - gemeinsam gegen Drogen stand auf den grauen und gelben T-Shirts der 41 Mann starken Wandertruppe. Noch waren die Gesichter fröhlich, die Stimmung ausgelassen und das Wetter schien zwischen bedeckt und sonnig zu schwanken. Der Gipfel der Zugspitze hüllte sich zwar in Nebel, doch nichts wies darauf hin, dass die geplante Bergbesteigung zur Kraftprobe werden könnte. So oder ähnlich mögen sich die 15- bis 20-jährigen Schüler gefühlt haben, als sie am Eingang zur Partnachklamm in Garmisch-Partenkirchen los marschiert sind. Als Belohnung für besonderes Engagement an verschiedenen Schulen im Landkreis konnten die 30 ausgewählten Jugendlichen an dieser Zugspitzaktion teilnehmen - einer zweitägigen Fahrt, die der Arbeitskreis zur Drogenprävention organisiert hat. Um den steigenden Konsum von legalen Suchtmitteln wie Zigaretten und Alkohol entgegen zu wirken, hatte sich auf Initiative des Landratsamtes eine Gruppe aus Vertretern des Jugendamtes, der Abteilung Gesundheitswesen und aus Beauftragten der Kriminal- und der örtlichen Polizei vor fünf Jahren zusammen getan. Wir wollen den Jugendlichen mit unserer Wandertour vermitteln, dass sie keine anderen Rauschmittel brauchen. Es bis oben geschafft zu haben, ist überwältigend genug, so ein Vertreter der Kriminalpolizei. In der Wohlstandsgesellschaft sei es schwierig, den Kindern Werte zu vermitteln, doch im Gebirge gebe es einfach nur zwei Möglichkeiten: Entweder man gehe weiter oder man dreht um. Umdrehen wollte noch keiner, als man durch die Partnachklamm, den schweren Rucksack auf dem Rücken, ging. Allen voran ging unser Bergführer vom Deutschen Alpenverein - Sektion Lichtenfels. Ein Bergsteiger, der mit seiner 40-jährigen Gebirgserfahrung die Gruppe zügig durch das Tal führte. Nach vier Stunden wurde die Scherze weniger, die Sonne wich dunklen Wolken und die letzten Brotzeitreste wurde vertilgt. Das schwerste Stück - ein rund zweistündiger Geröllanstieg in Serpentinen - bis zur Übernachtungshütte stand noch bevor, Einsetzender Regen und die ersten Ermüdungserscheinungen. Das Gesicht pulsiert, der Schweiß bahnte sich seinen Weg und der Blick nach oben verriet, dass man noch lange nicht am Ziel war. Man verfluchte abwechselnd den Berg, sich selbst und die Organisatoren. Ein Grenzerlebnis zwischen ehrgeizigem Voranschreiten und körperlicher Erschöpfung. Mal motivierte man Stehengebliebene, mal ließ man sich antreiben. Es gab keine Schauspielerei, keine Starallüren. Jeder war einfach er selbst und hielt in der Gruppe zusammen. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit wurde die Übernachtungshütte - immer noch im Regen - erreicht. Das Gemeinschaftsgefühl steigerte sich am nächsten Tag, der mit Regen anfing und auf dem steilen Anstieg zu Sonnalpin im Schneegestöber vorerst endete. Nass bis auf die Haut wurde erst Sonnalpin und dann der Gipfel erreicht. Doch nichts trübte die Stimmung. Man war an den inneren Grenzen angelangt, aber man hatte es geschafft.
Anweisungen ind Infos am Parkplatz an der Partnachklamm Durch die Partnachklamm Ausgang der Partnachklamm Rast an der Bockhütte Brücke über die Partnach Nähe Bockhütte Die blaue Gumbe An der blauen Gumbe mit Blick in Richtung Zugspitze Die Reintalangerhütte Aufstieg im Regen zur Knorrhütte Der Pfad unterhalb der Knorrhütte Kurz vor der Knorrhütte Ausblick am Abend von der Knorrhütte Die Knorrhütte Am nächsten Tage - Dauerregen und keine Besserung in Sicht Unterwegs in Richtung Sonn Alpin Die Gruppe Sonn Alpin im Schnee Auf der Zugspitze Der Zugspitzgipfel in Wolken Von der Seilbahn Ausblick auf den Eibsee Die Gruppe vor der Talstation am Eibsee

Zugspitzgebiet auf einer größeren Karte anzeigen
Zugspitze 2002