Klettersteige - Ferrata

Ferrata
"Ein Gipfel gehört dir erst,
wenn du wieder untern bist.
Denn vorher gehörst du ihm."

Hans Kammerlander
Südtiroler Bergsteiger
Ferrata
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Klettersteige

Informationen
Ein Klettersteig oder auch Via Ferrata (ital., Strasse aus Eisen oder Eisenweg) genannt, ist ein mit Eisenleitern, Eisenstiften, Klammern (als Trittstufen) und (Stahl-)Seilen gesicherter (versicherter) Kletterweg am natürlichen Fels. Er ist eine Art Zwischenstufe zwischen dem normalen Bergwandern und dem Freiklettern (bei dem man sich weglos den Fels hoch klimmt). Klettersteiggehen kann auch als eine Steigerung des Bergwanderns oder als Vorstufe für das extreme Klettern im Fels gesehen werden.

Früher wurden Felspassagen von Wanderwegen mit Stahlseilen versehen, um diese sicherer zu machen. Aus diesen gesicherten Wegen entwickelten sich im Laufe der Zeit die Klettersteige in der heutigen Form. Somit wurde es auch den „Nichtkletterern“ ermöglicht, immer schwierigere Routen zu begehen. Die in den Klettersteigen angebrachten Griffe und Tritte dienen nicht nur der Fortbewegung, sondern auch der Selbstsicherung mit einem sogenannten Klettersteigset.

Die ersten Klettersteige sollen um 1843 am Dachstein entstanden sein. Darauf folgte im Jahr 1869 eine Seilsicherung am Großglockner und einige Jahre später an der Zugspitze. Während des ersten Weltkrieges wurden im Gebirgskrieg zwischen dem Österreich und Italien sehr viele Kriegssteige in den Dolomiten angelegt, die für Patrouillen und Nachschub genutzt wurden. Viele dieser Steige sind in der heutigen Zeit noch nutzbar. Die Klettersteige aus der heutigen Zeit unterscheiden sich meist durch besondere Attraktionen oder Schwierigkeiten von den herkömmlichen Steigen, wie zum Beispiel Seilbrücken oder Überhänge. Diese sind in verschieden Schwierigkeitsgrade eingeteilt.

Wie bereits unter Bergtouren erwähnt, finden Sie hier Beschreibungen aus meinen persönlichen Erfahrungen.

Vorschlag zur Ausrüstung

  • siehe Standardausrüstung unter Bergtouren, ggf. erweitert bei Übernachtungen
  • Klettersteigset bestehend aus Gurt (Sitz- oder Kombigurt; Karabiner mit Seil und Klettersteigbremse)
  • Helm (ggf. mit Halterung für Kopflampe)
  • Handschuhe (Verletzungsgefahr an den Drahtseilen)
  • ggf. Grödeln bei Touren über Gletscher oder im Winter
Klettersteigausrüstung
Es gibt drei Methoden sich anzuseilen, dies wäre der Sitzgurt, der Sitz- und Brustgurt, sowie der Kombigurt.

Sitzgurt
Der Sitzgurt bietet Sicherheit, wo unkontrollierte Stürze auszuschließen sind. Von der einfachen Bandkonstruktion bis hin zur komfortabel gepolsterten Ausführung ist die Auswahl groß, die der Sportkletterer solo nutzen kann. Fest vernähte Anseilpunkte und Materialschlaufen sind obligatorisch. Je nach gewählter Ausführung und Passform ist im Sitzgurt auch das Hängen im Seil bequem. Typische Sportklettergurte sind leicht und gut gepolstert und haben keine verstellbaren Beinschlaufen. Für den alpinen Bereich sind jedoch Gurte mit verstellbaren Beinschlaufen vorzuziehen, da mal dicke und mal dünne Hosen getragen werden. Auf Touren, wo unkontrollierte Stürze nicht auszuschließen sind, ist auf jeden Fall ein Sitz- und Brustgurt in Kombination unabdingbar.

Brustgurt
Der Brustgurt ist eine einfache Konstruktion aus breitem Gurtband in verstellbarer oder fixer Ausführung mit zwei stabilen Anseilschlaufen. Nach einem Sturz hält der Brustgurt den Bergsteiger in der Senkrechten und verhindert lebensgefährliche Verletzungen oder bei evtl. Bewusstlosigkeit das herausrutschen aus dem Sitzgurt.

Kombigurt
Der Kombigurt ist eine vernähte Verbindung von Sitz- und Brustgurt mit einem Anseilpunkt. Materialschlaufen sind nicht bei allen Modellen zu finden. Im Gegensatz zu den zuerst genannten Gurten sitzt hier der Anseilpunkt höher. Daher erfüllt diese Gurtausführung für Klettersteiggeher, sowie auch für Ski- und Hochtouren die Sicherheitsanforderungen.

Klettersteigsets
Ein Klettersteigset ist ein Sicherungssystem, das aus zwei Seilsträngen, der Seilbremse, zwei Karabinern und einer Schlinge zum Einklinken in den Gurt besteht. Es reduziert im Falle eines Sturzes die auftretende Kraft auf wenige kN. Dabei werden Körper, Seil, Karabiner und Verankerungen deutlich entlastet.

Neuere Klettersteigsets funktionieren unabhängig davon, ob einer oder zwei Karabiner eingehängt sind. Alleiniges Einbinden in einen Brustgurt ist nicht zulässig. Es ist ein Kombigurt oder die Verwendung eines Sitz- und Brustgurtes erforderlich.
Einstufung und Schwierigkeit der Klettersteige

Bei der Bewertung wird von normalen Verhältnissen ausgegangen, die jedoch bei Regen, Wind und evtl. Schnee und Eis nur noch bedingt zutreffen. Bei Unsicherheit der genannten Schwierigkeitsgrade sollten daher mehrere Quellen zu Rate gezogen werden, da es immer Abweichungen bei der Beurteilung gibt. Es können auch Unterschiede durch Kondition, Körpergröße usw. auftreten.

Die Klettersteige werden in insgesamt fünf Schwierigkeitsstufen wie folgt eingeteilt:

  • A - wenig schwierig
  • B - mäßig schwierig
  • C - schwierig
  • D - sehr schwierig
  • E - extrem schwierig

Eine andere Einstufung der Klettersteige ist auch noch bekannt. Hier werden die Schwierigkeitsstufen in insgesamt sechs Stufen eingeteilt:

  • K 1 - leicht
  • K 2 - mittel
  • K 3 - ziemlich schwierig
  • K 4 - schwierig
  • K 5 - sehr schwierig
  • K 6 - extrem schwierig
Ferrata
Kontakt
Peter Schneider
96231 Bad Staffelstein
+49 170 9235316
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